Am 24. September 2017 ist Bundestagswahl.  Diese entscheidet nicht nur über die Zukunft der bisherigen Amtsinhaberin und CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern auch über die politische Ausrichtung Deutschlands. Denn sollte der SPD-Gegenkandidat Martin Schulz siegen, könnte es zu einer rot-grünen Regierung kommen, die die bisherige Politik auf den Kopf stellt.

Angst vor den neuen, gefährlichen Waffen des Internets

Bislang jedenfalls scheint Merkel keine Angst vor Schulz zu haben, liegt sie doch in allen Wahlprognosen weit vorn. Dafür macht ihr und ihrem Gefolge etwas ganz anderes Sorgen: Ein heimlicher Putsch durch Fake News, Social Bots und falschen Meinungsumfragen. Das ist die eigentliche Gefahr für Merkel & Co., wie man hinter verschlossenen Türen munkelt.

Sie erinnern sich: Selbst das Handy der Bundeskanzlerin wurde vom US-Geheimdienst angezapft. Das jedenfalls verkündete sie damals vor laufender Kamera. Warum also sollten nicht auch andere ausländische Geheimdienste oder Hacker mit den neuen, gefährlichen Waffen des Internets die Wahl manipulieren (können)?

Nein, es müssen ja nicht immer die „bösen“ Russen sein. Sondern vielleicht befreundete Sicherheitsdienste und Internetexperten, die dafür sorgen, dass die gekrönte Merkel-Königin weiterhin auf ihrem Thron bleibt?

Darüber spricht niemand.

Falsche Wahlumfragen – alles ist möglich

 Wie auch immer: Für oder gegen Merkel – mit digitalen Attacken kann die entscheidende Wahl im Herbst manipuliert werden und es dabei zu einem Ergebnis kommen, mit dem keiner gerechnet hat: Merkel & Co. sind weg und die Sozis werden stärkste Kraft. Oder die Rechten oder Linken nehmen unverhältnismäßig zu, sodass das Polit-Monopoly von Neuem ausgespielt werden muss.

Alles ist möglich – hüben wie drüben.

Die große Täuschung im US-Wahlkampf

Denken Sie in diesem Zusammenhang nur an die zurückliegende US-Präsidentschafts-Wahl. Auf Donald Trump hat – außer seinen Hardcore-Fans – niemand auch nur einen Pfifferling gewettet. Alle Medien und Politiker, vor allem in Europa, sahen seine Konkurrentin Hillary Clinton so weit vorn, dass sie schon still und heimlich als neue Präsidentin gefeiert wurde.

Doch Sie wissen – es kam ganz anders! Die Wahlprognosen erwiesen sich als völlig untauglich und Trump zog zur Überraschung aller ins Weiße Haus ein. Dessen Triumph war und ist die vernichtende Niederlage aller Demoskopen!

Was ich damit sagen will: Meinungsumfragen gehören zu den wichtigsten Waffen im Wahlkampf! Denn sie enthüllen – normalerweise! – wo ein Kandidat noch Unterstützung braucht. Wo man mit gezielter Propaganda (Interviews, Auftritte, Wahlplakate etc.) noch nachlegen muss.

So war es bisher immer. Und dann kam Trump.

Das Phänomen der „sozialen Erwünschtheit“

Die meisten Experten sind sich inzwischen darüber einig, dass die Wahlumfragen Politiker und Öffentlichkeit (Medien und Wähler) getäuscht haben.

Wie und warum, werden Sie jetzt vielleicht fragen? Ganz einfach: Über zwei Drittel der Befragten beteiligen sich in der Regel überhaupt nicht an solchen Umfragen. Die Aussagekraft bezieht sich somit auf nicht einmal ein Drittel der Wählerschaft. Und genau das kann sehr trügerisch sein!

Außerdem kommt das Phänomen der „sozialen Erwünschtheit“ hinzu. Das heißt, dass viele Menschen vor der Wahl bewusst die Unwahrheit sagen, im Glauben, zur Minderheit zu gehören. Oder sich öffentlich zu dem bekennen, was als „politisch korrekt“ oder als „Mainstream“ gilt und dennoch anders wählen.

So erfahren unter anderem populistische Parteien mit radikalen Thesen auf einmal einen Aufschwung, mit dem keiner gerechnet hat. Wie beispielsweise bei der Brexit-Entscheidung in Großbritannien. Auch hier hat (fast) keiner damit gerechnet, dass sich die Briten tatsächlich von Ihrer EU-Mitgliedschaft verabschieden würden.

Social Bots & Micro-Targeting

Neben falschen Wahlumfragen gibt es noch ganz andere Methoden, um Menschen zu manipulieren – und die Wahl: Etwa mit Social Bots.

Hinter diesem Begriff verbergen sich Computerprogramme, die vor allem in den sozialen Netzwerken Diskussionen manipulieren: Die Gesprächspartner gehen davon aus, dass es sich bei mutmaßlichen Personen um „echte“ Menschen handelt. Dabei reagieren die „Propaganda-Roboter“ lediglich auf bestimmte Schlagwörter. In der Folge versenden sie dann automatisch Hunderte Twitter- oder Facebook-Nachrichten.

Damit kann im Netz eine Diskussion angeregt oder aber beeinflusst werden, weil diese (programmierten und automatisierten) Nachrichten andere Themen verdrängen. Zugleich entsteht der (gesteuerte) Eindruck, dass viele Menschen derselben Meinung sind. So kann sich ein Trend abzeichnen, den es in Wahrheit gar nicht gibt!

In Deutschland haben sich alle großen Parteien darauf verständigt, im Wahlkampf keine Social Bots einzusetzen. Aber stimmt das auch? Und was, wenn ein ausländischer (Regierungsfeindlich gesinnter) Geheimdienst solche dennoch benutzt?

Diese Sorgen jedenfalls sind da. Bei der Kanzlerin und bei anderen.

Eine andere Methode, um Menschen und Wähler im Netz zu manipulieren ist das sogenannte Micro-Targeting. Facebook und Google verdienen damit jährlich rund 130 Milliarden Dollar!

Dieses Verfahren ist ein anderer Ausdruck für „personalisierte Werbung“ und funktioniert so: Sobald Sie auf Google, Facebook & Co. etwas anklicken, werden diese Informationen gesammelt und gespeichert. Ebenso wenn Sie politische Parteien aufrufen. Dementsprechend bekommen Sie dann die Werbung, die Ihren Sehnsüchten am ehesten entspricht – oder die Ihrer politischen Ausrichtung.

Aufgrund Ihres Surfverhaltens, Ihres digitalen Fingerabdrucks, kann somit festgestellt werden, wen Sie wohl wählen und warum. Dementsprechend – ich erwähnte es bereits -erhalten Sie dann auch bestimmte politische Werbung.

Das alles ist kein Zufall! Beim Micro-Targeting geht es weder um die Wahrheit noch um knallharte Fakten. Einzig um Ihre Manipulation.

Das perfide Spiel mit Fake News

Apropos Fakten: Längst tobt im Internet ein wahrer Krieg um die Glaubwürdigkeit von Informationen. Sogenannte Fake News geistern durchs Netz, werden aber auch zum Totschlagargument für Politiker und Mainstream-Presse, um wahre Fakten als unwahr abzustempeln.

Doch „alternative Fakten“ sind nicht alle gleich falsch oder Lügen (dennoch wurde erst vor Kurzem u.a. ein Gesetz gegen Hasskommentare und Fake News verabschiedet).

So funktioniert die Manipulation auf beiden Seiten bestens! Die einen sagen, dass mit Fake News das Vertrauen in die Demokratie selbst zerstört werden soll. Und die anderen erklären, mit dieser Begrifflichkeit würde die Meinungsfreiheit – nach dem voran genannten Muster – eingeschränkt.

Noch einmal: Falschmeldungen können von beiden Seiten gezielt eingesetzt werden. Denken Sie in diesem Zusammenhang nur an die Lügen-Propaganda im Irak- oder Syrienkrieg!

So wird sich im Nachgang der Bundestagswahl im Herbst erweisen, obwie und wer sich falscher Meinungsumfragen, Social Bots, Fake News & Co. bediente, um die politische Macht in Deutschland zu behalten oder neu zu erringen!

Quelle

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