Wenn man schon nicht aus „ethischen Gründen“ auf Fleisch verzichten möchte, dann spätestens nach dem neuen Fleischskandal „kranke Kühe“. Fleisch von kranken Kühen ging in den Handel und kann für Menschen sogar lebensbedrohlich sein. Die Schlachtung kranker Kühe fand nachts statt, ohne dass Tierärzte vor Ort waren, was wiederum gegen die grundlegenden Normen verstieß.

Die Arbeiter des Schlachthofes hatten die Aufgabe, Beweise aus den Schlachtkörpern zu entfernen, wie z. B. Geschwüre und Tumore, die darauf hinwiesen, dass die Kühe krank waren. Das Fleisch der kranken Kühe wurde in zwölf europäische Länder verkauft. Ekelfleisch in Metzgereien, Gammelfleisch in Transportern, eitrige Abszesse in Schlachthöfen, nur ein paar Fleischskandale, die aufgedeckt wurden, jetzt kommen noch weitere dazu.

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Fleischskandal „kranke Kühe“

Neue Undercover-Recherchen zeigen, dass kranke Kühe und sogar lebende Föten in Schlachthöfen getötet werden. Ihr Fleisch wird verarbeitet, landet im Handel und wird u. a. zu Kebabs verarbeitet, so Polnische Medien. Sogar Tierärzte sollen die Beseitigung und den Verkauf „unbrauchbarer“ Tiere vorschlagen. Um Kosten zu sparen, wird auf einen Tierarzt verzichtet und das erkrankte Tier wird dann an Händler verkauft, die wiederum liefern das kranke Tier an einen Schlachthof. So jetzt in einer aktuellen Undercover-Recherche, die ganz Europa entsetzt.

Nachdem der Fleischskandal „Kranke Kühe“ von TVNs Superviso veröffentlicht wurde, finden in Polen auf den Schlachthöfen Kontrollen statt. Es wird versucht, das Fleisch aus dem Handel zurückzurufen, doch da verarbeitetes Fleisch nicht deklariert werden muss, sollte sich dies als schwierig erweisen.

Der Hunger nach Fleisch scheint in Deutschland und Europa trotz Gammelfleisch-Skandalen und Massenproduktion nahezu ungebrochen. Dabei ist der Weg des Fleisches sehr verschlungen: Erzeuger, Schlachthöfe, Zwischenhändler, Lieferanten und Verkäufer sorgen dafür, dass man diesen Weg kaum noch zurückverfolgen kann.

Auch im aktuellen Fall sind sich Medien nicht sicher, in welche Länder das Fleisch exportiert wurde, denn einige berichten von neun Ländern, BBC sogar von zwölf.

Nachdem die verdeckten Filmmaterialien von Patryk Szczepaniak ausgestrahlt worden waren, wurde das Schnellwarnsystem der EU für Lebens- und Futtermittel ausgelöst, und seitdem wurde bestätigt, dass Fleisch aus diesem Schlachtbetrieb in 12 andere EU-Länder  exportiert wurde. Patryk Szczepaniak hatte drei Wochen auf einem Schlachthof gearbeitet. Was er aufdeckte, löst Gesundheitsängste in ganz Europa aus.

Was ist die Gefahr, wenn Rindfleisch von kranken, oder bereits an den Krankheiten verstorbenen Kühen gegessen wird? Nach Ansicht von Experten bedroht dies nicht nur unsere Gesundheit, sondern sogar unser Leben, so eine polnische Zeitung.

Daher reisen mehrere EU-Minister nach Polen, um Aufklärung zu erhalten.

Der Journalist war in einem Schlachthaus in Masowien angestellt und seine Recherche schockierte nicht nicht nur Polen, sondern auch ganz Europa. In der Fleischverarbeitungsfabrik Nowosądecki wurden bis zu zwei Tonnen Rindfleisch aus Masowien entdeckt .

„Soweit ich weiß, gingen zwei Tonnen dieses Fleisches in die Provinz Małopolska „- sagte Grzegorz Kawiecki, Stellvertreter des Veterinäramtes der Woiwodschaft Małopolska.

Der Skandal ist kein Einzelfall, wie der Undercover-Journalist bestätigte. Nachts geschlachtet, kein Tierarzt zugegen und alle Beweise schnell vernichtet, so wird Geld mit dem „Gammelfleisch“ gemacht. Der Schwarzmarkt boomt und keiner hat aus dem „Pferdefleisch“-Skandal gelernt, die Kontrollen sind nach wie vor viel zu lasch. Polen ist übrigens einer der größten Fleischexporteure in der EU, wie wir Ihnen bereits in unserem Beitrag: Steuergelder für billiges Geflügelfleisch aus Polen berichtet haben.

In Polen lässt sich billig Fleisch produzieren, daher haben die Niederlande und Dänemark ihre Hühner- und Schweinemasten bereits nach Polen verlegt, wo geringere Umweltauflagen gelten. Im Zuge der Osterweiterung der EU 2004 kaufte sich der dänische Fleischkonzern Danish Crown in Polen ein, der US-Konzern Smithfield kontrolliert etwa zehn Prozent des polnischen Fleischmarktes.

Erst im Sommer 2018 sorgte ebenfalls eine Undercover-Recherche auf einem  polnischen Hühnermastbetrieb für Empörung. Kranke, unterernährte und verkrüppelte Tiere wurden durch Arbeiter auf grausame Weise aussortiert.

Und  jetzt deckt wieder eine Undercover-Recherche Schreckliches auf, diesmal, wie „Gammelfleisch“  in die Nahrungskette gelangt!

Man stelle sich das vor, etwa 2,7 Tonnen Fleisch von kranken Kühen, landeten nachweislich in der Nahrungskette, es kann sogar noch mehr sein, denn es wird ermittelt

Immer mehr Skandale werden aufgedeckt und der Schwarzmarkt boomt, denn es handelt sich nicht um einen Einzelfall.

Auch in Deutschland verdienen Schlachthöfe an kranken Tieren. In Niedersachsen sind im Schlachthof von Danish Crown erneut Mitarbeiter an Turberkulose (TBC) erkrankt, ein Schlachthelfer starb.

Nicht nur in Polen werden kranke Kühe geschlachtet, denn bereits 2018 wurde bekannt, dass mit kranken Kühen auch in Deutschland Geld verdient wird.

Laut Schilderung eines ehemaligen Mitarbeiters eines solchen Betriebes nehmen diese Schlachthöfe für wenig Geld verletzte Tiere von Bauern ab und verarbeiten diese. „Eine gesunde Kuh wäre 1.000 Euro wert“, erläuterte er. Der Schlachter nehme ein verletztes oder krankes Tier für 50 bis 150 Euro ab und verdiene damit viel Geld. Von diesem System profitierten alle Beteiligten: der Bauer, der das kranke Tier aus dem Stall bekomme, der Transporteur, der es zum Schlachthof bringe und der Schlachter selbst, so eine Recherche aus Sachsen-Anhalt.  Es ist ein „Dreckiges Geschäft“ und schon da fragte man sich, ob es sich um die Spitze eines Eisberges handelte.

Verdeckte Ermittlungen ergaben, dass kranke Kühe nachts geschlachtet wurden

Das Fleisch wurde in die Lieferkette geschmuggelt. Die Praxis, kranke Kühe in die Fleischkette einzuschmuggeln, scheint in Polen weiter verbreitet zu sein, als bisher angenommen.

  • Erst im März 2017 hatte die Welt einen neuen Gammelfleischskandal gehabt. Das Ekelfleisch aus Brasilien wurde durch die ganze Welt transportiert. Viele Länder boykottierten daraufhin den Import von Fleisch aus Brasilien. Der Skandal verschwand sehr schnell aus den Medien und auch die EU erteilte nur Teil-Verbote. Nur ein halbes Jahr nach dem bis dato weltweit größten Fleischskandal hieß es bereits im Oktober 2017: Die brasilianischen Fleischexporte haben sich nach dem Skandal um das Gammelfleisch wieder erholt.
  • Dann folgte 2018 Großbritannien und sogar der berühmte Fernsehkoch  Jamie Oliver war betroffen. Lebensmittelkontrolleure deckten einen Gammelfleischskandal auf, sodass Jamie sämtliche Fleischgerichte von den Speisekarten strich. Der Fleischlieferant versorgt auch Pflegeeinrichtungen und Schulen. Ekelfleisch gab es auch bei einem deutschen Metzger, dessen Betrieb daraufhin geschlossen wurde. 
  • Am 18.Januar 2019 wurde bekannt, dass im Schlachthof von Danish Crown in Essen erneut ein Mitarbeiter an Turberkulose (TBC) erkrankt ist. Das bestätigte ein Sprecher des Landkreises Cloppenburg NDR 1 Niedersachsen. Der Schlachthelfer ist bereits der fünfte Beschäftigte in dem Betrieb, der sich mit der Infektionskrankheit angesteckt hat und krank geworden ist. Im nahe gelegenen Emstek war vergangenes Jahr ein Schlachthofmitarbeiter an TBC gestorben.
  • Ende 2018 wurde ein Schlachthof in Oldenburg, Niedersachsen geschlossen, nachdem Aufnahmen mit versteckter Kamera zeigten, wie Rinder nicht fachgerecht betäubt und bei Bewusstsein getötet werden.  Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
  • Ebenfalls Ende 2018 hatten wir über die Schlachtung schwangerer Kühe berichtet.
  • Ebenfalls 2018: Jetzt wird es ekelig! Ekelfleisch in Metzgereien, Gammelfleisch in Transportern, eitrige Abszesse in Schlachthöfen

Sie werden solche Szenen nicht einmal in Horrorfilmen sehen.

Der Journalist verriet, zu welchem ​​Massaker es in der Nacht im Schlachthaus kam. Die Tiere waren krank, sie konnten sich nicht bewegen. Also hat man die kranken Tiere einfach an den Hörnern, und wenn das Tiere keine Hörner hatte, einfach am Kopf mit einem Hebezug an der Decke aufgehängt. In einem der getöteten Tiere, befand sich noch ein Fötus, der lebte. Was mit dem Fötus passierte, wollen Sie lieber nicht wissen.

Spätestens jetzt sollten Sie sich fragen, ob Sie nicht lieber auf Fleisch verzichten wollen.

von Doro Schreier

Quelle