Während in Europa die Wiederzulassung von Glyphosat nach 2022 geprüft wird und in den USA die EPA wegen erneuter Genehmigung der wichtigsten Roundup-Chemikalie verklagt wurde, protestieren in Thailand Dorfbewohner gegen die Verwendung des Herbizids Glyphosat.

Eine von der Forest Industry Organization (FIO) beauftragte Firma soll ihr Land für den Anbau von Eukalyptusbäumen roden. Sie sind entsetzt, denn Glyphosat könne durch Regen in die Wasserressourcen ihrer Gemeinden transportiert werden, was für ihre Gesundheit gefährlich wäre.

Darüber hinaus würden wilde Produkte wie Pilze nicht in dem mit Herbiziden kontaminierten Boden wachsen, was ihre Lebensweise beeinträchtigt. Während in den USA die Zahl derer, die gegen BayerMonsanto  weiterhin klagen, steigt, behauptet die EPA in den USA, Glyphosat stelle keine Gefahr für den Menschen dar, und auch in Europa müssen wir uns weiterhin von BayerMonsantos Glyphosat vergiften lassen.

So will es das EU-Recht. In Thailand gehen jetzt von mehreren Dörfern die Menschen auf die Straße, denn sie wollen kein Glyphosat, sondern einen fruchtbaren Wald in der Nähe ihrer Gemeinden.

Wiederzulassung von Glyphosat!

Es ist eines der meistverkauften Unkrautvernichtungsmittel der Welt: Über eine Million Tonnen des populären Herbizids Glyphosat, besser bekannt unter dem Handelsnamen Roundup, werden jedes Jahr versprüht. Im Mai 2019 verlor der Konzern BayerMonsanto auch den dritten Prozess.

Die Jury habe firmeninterne Dokumente einsehen können, aus denen hervorgehe, dass Monsanto „niemals irgendein Interesse daran hatte herauszufinden, ob Roundup sicher ist“. Die EU verlängerte die Zulassung für Glyphosat Ende 2017, da Ex-Landwirtschaftsminister Schmidt trotz Protest und Widerstand mehrerer EU-Länder sich für eine Verlängerung ausgesprochen hatte.

Die jetzige Landwirtschaftsministerin und ehemalige Weinkönigin Klöckner rechnet erst 2022 mit einem Verbot von Glyphosat. Solange kann das umstrittene Pestizid weiterhin die Gesundheit von Mensch und Tier schädigen, so will es das EU-Recht! Doch wie wir jetzt erfahren haben, wird, obwohl mittlerweile bekannt ist, was Glyphosat anrichtet, in der EU eine Wiederzulassung von Glyphosat nach 2022 geprüft.

EPA wird wegen erneuter Genehmigung der wichtigsten Roundup-Chemikalie verklagt

Mehrere Gruppen verklagen die Environmental Protection Agency (EPA) wegen ihrer Entscheidung, eine in Bayers Roundup-Unkrautvernichter verwendete Chemikalie erneut zuzulassen.

Die Behörde genehmigte die als Glyphosat bekannte Chemikalie im Januar 2020 erneut und behauptete, sie stelle keine Gefahr für den Menschen dar. Tausende von Klagen haben jedoch Roundup Krebs zugeschrieben.

Eine Klage gegen die EPA wurde im Namen des Zentrums für Lebensmittelsicherheit (CFS), Beyond Pesticides, der Rural Coalition, der Organisation in Kalifornien de Lideres Campesinas und der Farmworker Association of Florida eingereicht.

Eine weitere Klage wurde vom Natural Resources Defense Council (NRDC) und dem Pesticide Action Network North America eingereicht. Das NRDC bezeichnete die Glyphosat-Zulassung in einer Erklärung zu seiner Klage als „unsicher, ungesund und rechtswidrig“.

„Die EPA ignorierte Warnungen von Wissenschaftlern, Umweltschützern und medizinischen Experten, die vor den schwerwiegenden Gesundheits- und Umweltschäden bei fortgesetzter Verwendung von Glyphosat warnten“, hieß es.

Ein EPA-Beamter lehnte eine Stellungnahme ab und sagte, die Agentur kommentiere anhängige Rechtsstreitigkeiten nicht. Bei der erneuten Zulassung der Chemikalie zu Beginn dieses Jahres sagte die Agentur: „Es gab nicht genügend Beweise, um zu dem Schluss zu kommen, dass Glyphosat bei allen menschlichen Krankheiten eine Rolle spielt.“ Es wurde festgestellt, dass Glyphosat bei Vögeln und Säugetieren „geringe oder begrenzte potenzielle Risiken“ aufweist.

Bayer behauptet nach wie vor, dass seine Produkte sicher verwendet werden können und dass Glyphosat nicht krebserregend sei. Bayer bezeichnete die Überprüfung von Glyphosat durch die EPA in einer Erklärung als „äußerst robust“.

Wie viele Beweise müssen noch vorgelegt werden?

Das Unkrautbekämpfungsmittel Roundup (Glyphosat) ist in der Luft, im Regen, im Grundwasser, in der Erde und in den meisten Nahrungsmitteln zu finden. Immer mehr wissenschaftliche Forschungen weisen auf dessen krebsfördernde Eigenschaften hin.

Dorfbewohner in Thailand protestieren gegen die Verwendung von Glyphosat durch FIO-Auftragnehmer

Gemeinden rund um das Waldreservat Dong Chi im Distrikt Khuang Nai protestierten am 27. Mai 2020  gegen die Verwendung des Herbizids Glyphosat durch eine von der Forest Industry Organization (FIO) beauftragte Firma.

Das Unternehmen wurde beauftragt, die Flächen zu roden, damit Eukalyptusbäume angepflanzt werden können. Der Auftragnehmer setzte jedoch Glyphosat ein, um Unkraut und alte Eukalyptusstümpfe abzutöten. Die Dorfbewohner reichten eine Protestpetition bei den Behörden des Bezirks Khuang Nai ein.

Sie sagten, Glyphosat könne durch Regen in die Wasserressourcen ihrer Gemeinden transportiert werden, was für ihre Gesundheit gefährlich wäre. Darüber hinaus würden wild wachsende Produkte wie Pilze nicht in dem mit Herbiziden kontaminierten Boden wachsen, was ihre Lebensweise beeinträchtige.

Am Rande des Dong Chi Forest Reserve versammelten sich Demonstranten aus 17 Dörfern in Tambon Sang Tho, die Plakate mit Nachrichten an die FIO hielten. Dort wurde die Firma von der FIO beauftragt, etwa 300 Rai ( ca.50 Hektar) Land für die Nutzung als Eukalyptusplantage zu roden.

Sie forderten die FIO auf, die Rodung zu stoppen, und argumentierten, dass die Verwendung von Glyphosat schwerwiegende Umweltschäden verursachen würde.

In Thailand werden genmanipulierte Eukalyptusbäume angebaut, die resistent gegen Glyphosat sind, und die alten Eukalyptusstümpfe werden laut dem Bericht mit Glyphosat abgetötet.

Eukalyptus wird zu Versuchszwecken in Thailand angebaut. In jüngster Zeit hat der Anbau von  Eukalyptus sowohl vom staatlichen als auch vom privaten Sektor erheblich zugenommen. Dies kann auf diese Tatsachen zurückzuführen sein, dass Eukalyptusarten relativ einfach anzubauen sind, vorausgesetzt, sie erhalten den richtigen Start und die richtigen Arten werden am richtigen Ort verwendet.

Jedoch werden die Eukalyptusplantagen als Ursache von Entwaldung und die Gefährdung von wertvollen einheimischen Arten im natürlichen Wald angesehen. Einige befürchten, dass der Anbau von Eukalyptus langfristig negative Auswirkungen auf Ökologie und Umwelt haben könnte, da natürliche Wasserressourcen austrocknen und sich fragile tropische Böden verändern. Das wiederum gefährdet wild lebende Tiere, Insekten und Pflanzen.

Wir hatten Ihnen am Beispiel Chile erläutert, was es bedeutet, wenn einheimische Bäume gefällt und statt dessen Eukalyptus und Kiefer in Monokultur für die Papierindustrie angebaut werden.

Kiefern und Eukalyptusbäume wachsen sehr schnell. Sie werden nach 10 bis 12 Jahren gefällt, schaffen Arbeitsplätze und stehen an zweiter Stelle bei Exportprodukten aus Chile vor allem nach China, Japan und in die USA.

  • Diese Monokulturen nehmen den nativen Wäldern den Platz weg und bringen so die einzigartige Artenvielfalt um.
  • Ein Eukalyptusforst lässt nur wieder Eukalyptus nachwachsen. Als Wald ist er gewissermaßen tot“
  • Eukalyptusbäume brauchen viel Wasser. Ein erwachsener Eukalyptusbaum „trinkt“ täglich bis zu 40 Liter Wasser. Rund um die Plantagen sinkt der Grundwasserspiegel, die Felder vertrocknen. Chile leidet seit vielen Jahren an Dürre und Wassermangel. Um einen Kubikmeter Holz zu bekommen, benötigt man 240.000 bis 717.000 Liter Wasser!

In Thailand forderten immer mehr Menschen ein vollständiges Verbot von Glyphosat, mit Erfolg

Das Nationale Amt für Gesundheitssicherheit (NHSO) setzt sich verstärkt für die Forderung nach einem vollständigen Verbot von drei wichtigen landwirtschaftlichen Chemikalien ein.

Jedes Jahr erkranken Tausende Menschen, die in der Landwirtschaft mit diesen Chemikalien in Berührung kommen, und pro Jahr sterben durchschnittlich 600 Menschen, die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Der stellvertretende Generalsekretär von Pheu Thai, Chaowalit Wichayasut, trat den Gegnern von der Verwendung von Paraquat, Chlorpyrifos und Glyphosat in der Landwirtschaft bei.

Er sagte, dass diese Chemikalien noch mehr Gefahren darstellen könnten als bisher angenommen, da die Ressourcen von Erzeugnissen, Boden und Wasser durch die Rückstände der Pestizide kontaminiert werden könnten.

Im Oktober 2019 war es dann soweit: Thailand verbot Glyphosat und andere gefährliche Pestizide, und zwar zum 01. Dezember 2019. Trotz Protesten von Landwirten in einer milliardenschweren Landwirtschaft, die darauf abzielte, die „Küche der Welt“ zu sein, wurde das Verbot verabschiedet.

El Salvador war das 1. Land, welches Glyphosat auf Grund von Nierenerkrankungen verbot

Ausschlaggebend waren zwei wissenschaftliche Studien, die von Dr. Jayasumana durchgeführt wurden. Diese zeigten auf, dass sowohl Trinkwasser aus Brunnen, in denen die Konzentrationen von Glyphosat und Metallen höher sind, als auch das Versprühen von Glyphosat das Risiko für die tödlich verlaufende chronische Nierenerkrankung (CKDu) bis auf 5-Fache erhöht.

Bereits im September 2013 kam es in El Salvador zu einem Verbot. Die Regierung hatte die Verwendung von Glyphosat (Roundup) und anderen gefährlichen Chemikalien verboten, nachdem immer mehr Landarbeiter an einer mysteriösen Nierenerkrankung litten.

Unter den auf der Liste stehenden verbotenen Chemikalien sind 53 Paraquat, Glyphosat (Roundup) und Endosulfan. Ein Wissenschaftler aus El Salvador hat mithilfe von KollegInnen in Sri Lanka, Kuba und Belgien bewiesen, dass zwei Pflanzenvernichtungsmittel für den Tod von über 10.000 Menschen verantwortlich sind.

2019 hat ein internationales Forschungsteam ebenfalls nachgewiesen, dass auch der in der Landwirtschaft übliche Einsatz von Paraquat tödliche Folgen hat. Das ist das Ergebnis einer zehnjährigen Arbeit des belgischen Nierenheilkundlers und Toxikologen Marc De Broe. Dieses Ergebnis wurde im Juni 2019 beim Jahreskongress der European Renal Association / European Dialysis and Transplant Association in Budapest vorgestellt.

Danach dringt das Gift über die Haut und die Atemwege in den Körper ein, gelangt in die Niere, führt mit der Zeit zu einer unheilbaren chronischen Erkrankung und letztlich zu einem schmerzhaften Tod. Allein in Zentralamerika sind schon über 10.000 Menschen daran gestorben.

Eigentlich sollten die Wissenschaftler Drs. Sarath Gunatilake und Channa Jayasumana für ihre Studie, die zum Verbot von Glyhosat in El Salvador führten, im Februar 2019 in den USA geehrt werden, sie wurden dann aber wieder ausgeladen.

Trotz aller Beweise wird in Europa die Wiederzulassung von Glyphosat nach 2022 geprüft und in den USA wurde Glyphosat durch die EPA  erneut zugelassen!

Video:

von Doro Schreier

Quelle