Der Krieg in der Ukraine findet nur statt wegen der Unkenntnis des Westens über das, was in der Ukraine geschah, und andererseits wegen einer Reihe von Missverständnissen und Irrtümern.

von Thierry Meyssan

Der Westen, der sich auf sich selbst konzentriert und nicht in der Lage ist, wie seine Gesprächspartner zu denken, hat sich immer wieder geirrt.

Wenn schließlich die Militäroperationen enden und die Russen ihre öffentlich am ersten Tag erklärten Ziele erreicht haben werden, können sie sich sogar einreden, gewonnen zu haben.

Am Ende ist das Einzige, was für den Westen zählt, nicht, Menschenleben zu verschonen, sondern die Überzeugung zu haben, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.

Der Krieg in der Ukraine wird sehr unterschiedlich interpretiert, je nachdem, ob man im Westen lebt oder Russe ist. Die Interpretation von Worten und Ereignissen hängt von den Erfahrungen ab, die jeder Einzelne bereits gemacht hat.

Tatsächlich reagiert niemand auf die gleichen Dinge und sucht nicht nach den gleichen Informationen. Am Ende haben die beiden Lager überhaupt nicht mehr die gleiche Wahrnehmung der Realität.

Diese Abfolge von Missverständnissen und Irrtümern löst ein Unverständnis aus, das unbeabsichtigt einen großen Konflikt fördern kann.

Die Banderisten

Die beiden Lager, die Seite an Seite gegen den Nationalsozialismus gekämpft haben, haben überhaupt nicht dasselbe in dieser Epoche erlebt und haben daher auch nicht die gleiche Erinnerung.

Die russische Presse unterscheidet nicht zwischen Banderisten und Nazis. Für sie geht es darum, die Erinnerung an den „Großen Vaterländischen Krieg“ (im Westen bekannt: „Zweiter Weltkrieg“) wieder zu wecken. Als Deutschland im Juni 1941 die Sowjetunion angriff, war sie dafür überhaupt nicht vorbereitet.

Der Schock war katastrophal. Stalin gelang es nur, sein Volk zu vereinen, indem er sich mit der orthodoxen Kirche verbündete, gegen die er zuvor gekämpft hatte, und indem er seine zum Gulag verurteilten politischen Gegner befreite.

An diese Periode heute zu erinnern, bedeutet, die Verpflichtung einzugehen, den Platz eines jeden anzuerkennen, solange er die Nation verteidigt.

Die Russen nehmen die heutigen Banderisten/Nazis als existenzielle Gefahren für ihr Volk wahr. Damit haben sie Recht, weil die ukrainischen Nationalisten der Ansicht sind, dass sie „geboren wurden, um die Moskauer auszurotten“.

Daher sind alle westlichen Angriffe auf die Person von Wladimir Putin deplatziert und ohne Wirkung. Für die russische Opposition ist das kein Thema mehr. Ob sie ihn mögen oder ihn bekämpfen, Putin ist ihr Führer, wie Stalin es seit Juni 1941 war.

Die westliche Presse setzt die Banderisten auch mit den Nazis gleich, aber um ihre Bedeutung leichter zu relativieren. Im Gedenken der Bevölkerungen Westeuropas bedrohte der Nationalsozialismus nur Minderheiten.

Zuerst wurden die psychisch Kranken und die alten, unheilbar kranken Menschen, und dann wurden die Juden und Zigeuner von der Masse getrennt zu verschwinden.

Die Slawen erinnern sich dagegen an Armeen, die vorrückten, indem sie nacheinander alle Dörfer, die sie einnahmen, dem Erdboden gleichmachten. Niemand konnte überleben.

Der Nationalsozialismus schreckt die Westeuropäer nicht nur weniger ab, sondern die Angelsachsen entfernen auch unmerklich die Symbole, die diese Erinnerung wiederbeleben könnten. So änderten britische Kommunikationsberater Ende Mai das Wappen des Asowschen Regiments.

Sie ersetzten die Wolfsangel, die mit der SS-Division Das Reich verbunden war, durch drei Schwerter in Dreizack-Form, die an die Ukrainische Nationalrepublik (1917-20) erinnern. Damit entfernten sie ein Nazi-Abzeichen und ersetzten es durch ein antibolschewistisches Abzeichen.

In der westeuropäischen Vorstellung wird die Sowjetunion jedoch mit Russland gleichgesetzt, wobei man übersieht, dass die Mehrheit der sowjetischen Führer nicht russisch war.

Britische Kommunikationsberater behaupten, dass die ukrainischen Nazi-Banderisten mit den heutigen westlichen Nazis vergleichbar seien: Randgruppen von tollwütigen Menschen. Sie leugnen ihre Existenz nicht, sondern suggerieren, dass sie absolut keine Rolle spielen.

So entfernen sie sowohl die Spuren ihrer parlamentarischen und staatlichen Tätigkeit seit der Unabhängigkeit von 1991, als auch die Bilder der Denkmäler, die ihnen seitdem im ganzen Land errichtet wurden.

Von 1991 bis 2014 ignorierten die Zeitungen der ganzen Welt die langsame Reformation der Banderisten in der Ukraine. Doch im Februar 2014, während des Sturzes des gewählten Präsidenten Viktor Janukowitsch, waren alle Journalisten, die über die „Revolution der Würde“ berichteten, von der zentralen Rolle rechtsextremer Milizen bei den Protesten beeindruckt.

Die Medien der ganzen Welt haben Berichte über diese seltsamen „Nationalisten“ produziert, die Hakenkreuze tragen. Aber die westliche Presse stellte ihre Ermittlungen abrupt einen Monat später ein, als die Krim die Machtübernahme dieser Extremisten ablehnte und ihre Unabhängigkeit proklamierte.

Weiterhin über das Abdriften der Ukraine zu berichten, hätte bedeutet, der Russischen Föderation zuzustimmen, die den Anschluß der Krim akzeptiert hatte. Von da an und während 8 Jahren untersuchte kein einziges westliches Medium zum Beispiel die Vorwürfe der groß angelegten Entführungen und Folterungen, die das Land erfasst haben.

Weil sie bewusst die Banderisten in dieser Zeit ignorierten, sind sie heute nicht mehr in der Lage, ihre politische und militärische Rolle einzuschätzen.

Diese Verblendung setzt sich mit der Entwicklung der ukrainischen Herrschaft während des Krieges fort. Die westliche Presse weiß nichts über die Diktatur, die errichtet wurde: Beschlagnahmung aller Medien durch den Staat, Verhaftung von Oppositionellen, Beschlagnahmung des Eigentums von Menschen, die an die historischen Verbrechen der Banderisten und Nazis erinnern, usw.

Die russische Presse dagegen lässt nichts von dieser plötzlichen Entwicklung unbeachtet und wirft sich selbst vor, jahrelang die Augen geschlossen zu haben.

Wir unsererseits haben – wenn auch mit Verzögerung – die Geschichte der Banderisten geschrieben; ein Thema, dem kein Buch gewidmet wurde, ein Zeichen dafür, dass die Ukraine aus diesem Blickwinkel niemanden fasziniert hat.

Unsere Arbeit, die in ein Dutzend Sprachen übersetzt wurde, erreichte schließlich doch viele westliche Militärbeamte und Diplomaten. Letztere üben nun Druck auf ihre Regierungen aus, damit sie aufhören, diese Feinde der Menschheit zu unterstützen.

Die Glaubwürdigkeit westlicher und russischer Führer

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Glaubwürdigkeit eines Führers zu beurteilen: Man betrachtet entweder seine guten Absichten oder seine Bilanz. Die Westeuropäer, die sich unter den Schutz der Vereinigten Staaten gestellt haben, sind überzeugt, dass sie nicht mehr Geschichte machen, sondern sie hinnehmen.

Sie brauchen also keine politischen Führer mehr, wie im letzten Jahrhundert. Tatsächlich wählen sie nur mehr Manager, die sich als gutwillig vorstellen. Im Gegensatz dazu wollten die Russen nach dem Zusammenbruch ihres Landes während der Jelzin-Jahre ihre Unabhängigkeit wiederherstellen und endlich mit dem US-Liberalismus brechen, an den sie ein Jahrzehnt lang geglaubt hatten.

Dafür haben sie Wladimir Putin gewählt und wiedergewählt, dessen Wirksamkeit sie schätzen. Ihr Land hat sich dem Ausland geöffnet und ist in vielen Bereichen, einschließlich Lebensmitteln, autark geworden. Sie interpretieren die NATO-Sanktionen nicht als Strafen, sondern, da sie wissen, dass das Atlantische Bündnis nur 12% der Weltbevölkerung darstellt, als eine Abschottung des Westens gegenüber dem Rest der Welt.

Unabhängig von politischen Regimen verzichten zivile Führer, die versuchen, ihr Volk so weit wie möglich zu vereinen, auf Lügen, um das Vertrauen ihrer Mitbürger zu behalten; im Gegensatz dazu müssen diejenigen, die im Dienst einer Minderheit stehen, um die Mehrheit auszubeuten, lügen, um nicht gestürzt zu werden.

Auf der anderen Seite müssen militärische Führer, wenn sie auch dazu neigen ihre Träume für Realitäten zu halten, und daher in Friedenszeiten lügen, so nah wie möglich an den Realitäten in Kriegszeiten festhalten, um zu siegen.

Die Menschen im Westen sind durch die Anschläge vom 11. September 2001 und den Auftritt des US-Außenministers General Colin Powell vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 5. Februar 2003 stark traumatisiert.

Während der Anschläge in New York zitterten sie zunächst, als sie sahen, wie Menschen aus den Fenstern sprangen und die Türme einstürzten, bevor sie merkten, dass die Erklärungen, die ihnen gegeben wurden, nicht haltbar waren. Es entstand ein Misstrauen zwischen der westlichen Bevölkerung und den Führern, die vorgaben, an dieses Märchen zu glauben [1].

Dann glaubten sie, was ein General ihnen sagte, weil ein Soldat nicht über eine sehr ernste Sicherheitsbedrohung lügen konnte. Schließlich wurden sie deprimiert, als sie feststellten, dass all diese Inszenierungen nur ein Vorwand waren, um eine Regierung zu stürzen, die sich den USA widersetzte, und das Öl und den finanziellen Reichtum dieses Landes zu beschlagnahmen.

Es ist eine Tatsache, dass General Powells Rede [2] von zivilen Politikern, den Straussianern des Office of Strategic Influence (OSI), geschrieben worden war, wie er später beschämt zugab. Dieses fehlgeleitete Vertrauen hat mehr als einer Million Menschen das Leben gekostet [3].

Seit 2003 vertrauen die abendländischen Menschen nicht mehr dem Wort ihrer Führer; ein Phänomen, das in Frankreich etwas weniger ausgeprägt ist, da dieses Land das einzige war, das General Powell öffentlich widersprach.

Die Russen dagegen unterscheiden zwischen jenen ihrer Führer, die den gleichen Diskurs wie andere führen, und denen, die das kollektive Interesse verteidigen. In den 2000er Jahren glaubten sie zuerst an das westlichen Narrativ und hofften, auch Freiheit und Wohlstand zu erleben.

Aber sie erlebten einen schrecklichen Zusammenbruch, während sie beobachteten, wie sich ein paar Schläger ihren kollektiven Reichtum aneigneten. Dann wandten sie sich sicheren Werten zu: Mitbürgern, die sich um das allgemeine Interesse kümmerten und vom KGB ausgebildet waren.

Sie leben heute in der Hoffnung, von dem befreit zu werden, was von dieser Periode der Verwirrung übriggeblieben ist: Oligarchen, die im Ausland leben, und eine gewisse globalistische Bourgeoisie in Moskau und St. Petersburg.

Sie nehmen Erstere als Diebe wahr und begrüßen die Tatsache, dass ihr Eigentum, das für das Land bereits verloren war, von Westlern beschlagnahmt wird. Was Letztere betrifft, so wissen sie, dass es diese Leute nicht nur in ihrem Land, sondern überall in der globalisierten Welt gibt.

Sie sehen ohne Bedauern, dass einige von ihnen weggehen. Für die Russen ist es Präsident Putin und seinem Team gelungen, das Nahrungsmittelproblem zu lösen und ihnen wieder Arbeit zu verschaffen. Sie haben ihre Armee wiederhergestellt und beschützen sie vor dem Wiederaufleben des Nationalsozialismus. Natürlich ist nicht alles rosig, aber es ist viel besser, seitdem sie das Sagen haben.

Ist die NATO das größte Militärbündnis der Welt oder eine Bedrohung für Russland?

Für Westeuropäer, die in einer Region unter US-Protektorat geboren und aufgewachsen sind, schien die unipolare Organisation der Welt eine Selbstverständlichkeit zu sein. Da sie sechzig Jahre lang keinen Krieg zu Hause erlebt haben (die Franzosen haben die Anschläge in Paris während des Algerienkrieges vergessen), verstehen sie nicht, warum der Rest der Welt die Pax Americana nicht mehr will.

Im Gegenteil, die Russen haben einen starken Rückgang ihrer Lebenserwartung um 20 Jahre erlebt, als sie Boris Jelzin und seine US-Berater wählten. Darüber hinaus erlebten sie zwei Kriege in ihrer Provinz Tschetschenien mit den islamistischen Angriffen, die sie von Beslan bis Moskau begleiteten. Ukrainische Banderisten waren gekommen, um den Dschihadisten des islamischen Emirats Itschkeria zu helfen.

Für Westeuropäer spielt es keine Rolle, dass die NATO versuchte, Charles De Gaulle in Frankreich zu eliminieren, Aldo Moro in Italien ermorden ließ oder den Staatsstreich der Obristen in Griechenland organisierte [4]. Diese Ereignisse sind nur Spezialisten bekannt und werden nicht in Lehrbüchern gelehrt. Die NATO ist das größte Militärbündnis der Geschichte und ihre Größe garantiert ihr theoretisch den Sieg.

Nun verweigerte die NATO Russlands Beitritt in den 1990er Jahren. Sie definierte sich nicht als eine Kraft, die den Kontinent stabilisiert, sondern als antirussische Organisation, auf die Gefahr hin, einen Krieg in Europa zu provozieren.

Der Westen schreibt die Geschichte neu, indem er behauptet, dass er nie die Entscheidung getroffen habe, sein Bündnis nicht auf den Osten auszudehnen.

Während der deutschen Wiedervereinigung ließen der französische Präsident François Mitterrand und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl jedoch im Vertrag über die endgültige Regelung Deutschlands (13. Oktober 1990) festlegen, dass die vier Siegermächte des Nationalsozialismus vertrauensbildende Maßnahmen in den Bereichen Rüstung und Abrüstung einführen würden, um den Frieden auf dem Kontinent gemäß den Grundsätzen der Schlussakte von Helsinki zu gewährleisten.

(1. August 1975). Diese Grundsätze wurden in den Erklärungen von Istanbul (Charta für europäische Sicherheit, 19. November 1990) und Astana (2. Dezember 2010) bekräftigt. Sie legen fest:

das Recht jedes Staates, Militärbündnisse seiner Wahl einzugehen

und als logische Folge die Pflicht jedes Staates, keine Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die seine Nachbarn bedrohen.

Das ist der Grund, warum Russland den Beitritt der Staaten Mittel- und Osteuropas zum Nordatlantikvertrag nie bestritten, aber immer die Installation von US-Streitkräften auf ihrem Boden angeprangert hat. Mit anderen Worten, es bestreitet nicht die Existenz der NATO, sondern ihre Funktionsweise innerhalb des Integrierten Kommandos.

Um es klar zu sagen: Heute hat es absolut keinen Einwand, dass die Ukraine, Finnland oder Schweden ein Bündnis mit den Vereinigten Staaten eingehen und durch Artikel 5 des Nordatlantikvertrags geschützt sind, lehnt es aber ab, dass dies die Stationierung von US-Truppen und Waffen auf deren Boden einschließt.

Es geht nicht darum, einen Raketenbeschuss von seiner Landgrenze aus zu verhindern, da sich U-Boote immer noch seiner Seegrenze nähern könnten. Moskaus Sorge liegt woanders. Im Gegensatz zu den meisten Staaten hat die Russische Föderation eine kleine Bevölkerung im Verhältnis zur Ausdehnung ihres Territoriums. Sie kann daher ihre Grenzen nicht verteidigen.

Seit der Invasion Russlands durch Napoleon im Jahr 1812 hat es gelernt, sich selbst zu schützen, indem es auf seine Unermesslichkeit setzt: den Eindringling von seinen Versorgungslinien abschneiden und ihn im Winter an Kälte sterben lassen.

Es war die „Strategie der verbrannten Erde“, die zur Aufgabe Moskaus und zur Versetzung seiner gesamten Bevölkerung in den Osten führte. Diese Strategie geht jedoch davon aus, dass der Eindringling nicht von hinteren Basen in einem nahe gelegenen Land profitieren kann.

Diese Strategie ist auch eine Quelle von Missverständnissen. Russland strebt keine Einflusszone in Europa an, wie es die Sowjetunion des Ukrainers Leonid Breschnew getan hatte. Es hat auch keine imperialistischen Ziele wie das zaristische Russland.

Es will nur sicherstellen, dass sich ihm keine größere Armee nähert. Eine Haltung, die die am besten informierten Kreml-Spezialisten fälschlicherweise als „paranoid“ bezeichnen, obwohl sie gut durchdacht ist.

Operative Kunst

Während Hollywood-Kriegsfilme heldenhafte Initiativen von Männern zeigen, die das Schicksal einer Schlacht wenden, geht es in russischen Kriegsfilmen nur um Helden, die sich aufopfern, um den Vormarsch des Feindes zu verzögern und der Bevölkerung den Rückzug zu ermöglichen. Die Russen schämen sich nicht für Flucht, wenn sie ein Blutbad verhindern können.

Dieser Unterschied veranlasste das slawische Militär, sich eine „operative Kunst“ auszudenken, auf halbem Weg zwischen Strategie und Taktik. Es geht weder darum, über den Einsatz von Armeen noch über die Durchführung einer Schlacht nachzudenken, sondern darum, was getan werden könnte, um die feindliche Armee zu verzögern und die Schlacht zu verhindern.

Westliche Armeen haben auch versucht, eine solche „operative Kunst“ auszuarbeiten, aber sie haben es nicht geschafft, weil sie sie nicht brauchen.

Auf militärischem Gebiet kann der Krieg in der Ukraine wie folgt zusammengefasst werden: Das von Präsident Wladimir Putin öffentlich gesetzte Ziel war, die Ukraine „zu entwaffnen und zu entnazifizieren“. Seine Umsetzung durch seinen Generalstab bestand zunächst darin, Verwirrung unter den Gegnern zu säen, dann darin, das Ziel zu erreichen, sobald die ukrainische Armee desorganisiert war.

Der russische Generalstab griff von jeder möglichen Grenze aus an; von der Krim, von Rostow, von Belgorod, von Kursk und aus Weißrussland. Daher wussten die ukrainischen Armeen nicht, wo sie sich konzentrieren sollten.

In dieser offensichtlichen Unordnung zerstörten die russischen Armeen die ukrainische Luftverteidigung und stürzten sich auf das Kernkraftwerk Saporischschja, aus dem sie die illegalen Reserven an Uran und Plutonium zurückgewannen, und auf mehrere Militärlaboratorien, wo sie Behälter mit Viren und anderen biologischen Waffen zerstörten [5].

Sie zerstörten die Eisenbahnen, als der Westen anbot, Waffen an die Front zu schicken. Dann kämpften sie gegen das Asowsche Banderisten-Regiment in seiner Hochburg Mariupol. Schließlich säubern sie die Teile der Gebiete Donezk und Luhansk, die von den Ukrainern besetzt waren.

In der Zwischenzeit glaubte der Westen, dass die Russen Kiew einnehmen und Präsident Wolodymyr Selenskyj verhaften wollten, was nie zu ihren Zielen gehörte, und dann, dass sie das ganze Land besetzen würden, was sie ja absolut nicht wollen. Es gab also ein Missverständnis mit dem Blitzkrieg.

Die Vereinigten Staaten glaubten, sie müssten einen schnellen Sturz des Regimes verhindern, während sie die Saporischschja-Reserven hätten verteidigen müssen. Dann glaubten sie, sie müssten Odessa und Lemberg beschützen, während Mariupol fiel.

Die „operative Kunst“ der Russen zeigte sich darin, dass sie die angekündigten Ziele in Rekordzeit erreichten, während der Westen sich damit zufrieden gab, die Einnahme imaginärer Ziele zu verhindern.

Der Westen ist im Allgemeinen so eigensinnig, dass er nicht in der Lage war, wie seine Gegner zu denken.

Das Pentagon irrte sich umso leichter, als die meisten Offiziere nichts von der Arbeit der Straussianer wussten: von der Strukturierung der Banderisten, ihren Verbindungen zu den rechtsextremen Elementen vieler westlicher Armeen (dem Geheim-Orden Centuria [6]) und von ihren geheimen Waffenprogrammen [7].


Quellen:

[1] Der Autor dieses Artikels, Thierry Meyssan, ist der Autor von L’Effroyable imposture (Deutsch : 11. September. Der inszenierte Terrorismus), das Buch, das die Lügen des 11. September enthüllte. [Anmerkung der Redaktion].

[2] “Colin Powell Speech at the UN Security Council”, by Colin L. Powell, Voltaire Network.

[3] « Plus d’un million d’Irakiens tués sous l’occupation US », par Dahr Jamail, Michael Schwartz, Joshua Holland, Luke Baker, Maki al-Nazzal, Réseau Voltaire, 9 février 2010.

[4Nato-Geheimarmeen in Europa: Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung, Daniele Ganser, Westend (2022).

[5] „Die geheimen Militärprogramme der Ukraine“, von Thierry Meyssan, Voltaire Netzwerk, 31. Mai 2022.

[6] „Das Bündnis des MI6, der CIA und der Bandera-Anhänger“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 12. April 2022.

[7] Ibid. « Die geheimen Militärprogramme der Ukraine“.

Quelle: https://www.voltairenet.org/article217176.html